Ready to lead - erfolgreich als Führungskraft starten

Ready to lead - erfolgreich als Führungskraft starten

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:01: Wer sind sie ohne ihren Titel und was bleibt von ihnen übrig, wenn niemand mehr etwas von ihnen will?

00:00:09: Viele erfolgreiche Führungskräfte und Geschäftsführer vermeiden genau diese Frage.

00:00:16: Bis es sich nicht mehr vermeiden lässt!

00:00:19: Diese heutige Podcast-Folge zeigt auf warum genau darin ihr größtes Risiko liegt aber eben auch ihr größeres Entwicklungspotenzial.

00:00:30: Hallo?!

00:00:31: Und herzlich willkommen zu dieser Podcastfolge bei Leadership on Boarding.

00:00:39: Heutiger Titel, wer sind sie ohne ihren Führungstitel?

00:00:44: Viele Geschäftsführer und Führungskräfte mit denen ich arbeite können ihre Rolle meistens bis ins Detail beschreiben.

00:00:56: Sie wissen ziemlich genau wofür sie verantwortlich nach vielen Jahren, welche Erwartungen an Sie gestellt werden und wie Sie Entscheidungen treffen.

00:01:07: Denn im Laufe der Jahre haben sie sich natürlich auch einen klaren Auftritt im Innen- oder im Außen angewöhnt.

00:01:16: Wenn ich denjenigen allerdings in der Zusammenarbeit im Executive Sparing die folgende Fragestelle, die sich auf Sie als Person bezieht, dann wird es meistens erst mal still!

00:01:30: Die Frage lautet, wer sind sie?

00:01:33: Und zwar unabhängig von ihrer Rolle.

00:01:38: Ja es geht hier um die Frage, wer bin ich wenn ich das hier nicht mehr mache?

00:01:44: Vor kurzem hatte ich wieder einmal ein Gespräch mit einem Geschäftsführer und zwar einem Geschäftswörter dessen Unternehmen verkauft wurde.

00:01:54: Er wirkte auf mich kompetent strukturiert nicht überraschend.

00:01:59: jemand, der über viele Jahre erfolgreich war und seine Positionierung hat.

00:02:06: Jemand bei dem man auch auf den ersten Blick sofort sagen würde Mensch das scheint ja alles zu laufen!

00:02:14: Er hatte mich angefragt für eine Zusammenarbeit und nachdem wir in einem virtuellen Erstgespräch seinen Anliegen geklärt hatten haben wir auch in einem intensiven Tag in einem full day sparing in Palma zusammengearbeitet.

00:02:32: Dann saß er mir gegenüber und er sagte einen Satz, der für mich allerdings schon sehr lange nicht mehr überraschend ist denn ich höre genau diese Aussage in der ein oder anderen Variation von vielen Executives die in einer solchen oder ähnlichen Situation sind.

00:02:53: Ich weiß gerade nicht, wer ich bin.

00:02:56: Wenn ich das hier nicht mehr

00:02:58: mache.".

00:03:00: Und ich wiederhole den Satz nochmal weil er einfach sehr prägnant ist... Er sagte mir dass in einem ganz ruhigen Ton unemotional und tatsächlich sachlich als würde er über irgendein Meeting-Thema reden.

00:03:25: Diese enge Verflechtung zwischen Rolle und Person, zwischen Rolle- und der eigenen Identität ist etwas das für viele Executives irgendwann einmal zur Herausforderung wert.

00:03:40: Solange alles funktioniert wirkt es auch viel so dass diese Überlappung von Rolle und Personen eher motiviert und das diese antreibt und nicht selten, aber eben auch identitätsstiftend ist.

00:04:02: Denn die Rolle gibt Orientierung – sie gibt Richtung und auch Struktur ein Rahmen.

00:04:10: Aber vor allen Dingen gibt eine solche Rolle Bedeutung.

00:04:16: Und sie beantwortet für viele so ganz nebenbei auch die Frage nach dem eigenen Wert.

00:04:23: Und genau da kommen wir in ein gefährliches Fahrwasser.

00:04:27: Denn wenn die Führungsrolle zu sehr den Menschen, die Person vereinnahmt, dann ist die Frage was bleibt da noch?

00:04:36: Wenn die Fährungsrolle wegfällt?

00:04:40: Das ist nämlich die größte Gefahr Die Lehre, die dann plötzlich da ist.

00:04:46: Denn diese Führungskraften waren viele Jahre in ihrer Kompetenz in ihrer Verantwortung, in ihrer Führungsrolle gefragt.

00:04:58: Man braucht sie.

00:04:59: Sie sind wichtig!

00:05:01: Sie bekommen Anerkennung und natürlich war dann eine solche Frage Reflexion – wozu braucht man das?

00:05:11: eher eine rhetorische Frage die sich nicht wirklich jemand gestellt hat.

00:05:18: Und genau hier beginnt der blinde Fleck Denn was über Jahre nicht reflektiert wird, verschwindet ja nicht einfach.

00:05:26: Es fällt nicht einfach weg!

00:05:28: Vielleicht fällt es erst mal unter den Tisch?

00:05:32: Es wird vielleicht für eine ziemlich lange Zeit unsichtbar.

00:05:38: Allerdings nur bis zu dem Moment in dem die gesamte Struktur bzw.

00:05:45: die Rolle nicht mehr vorhanden ist.

00:05:49: Und dann wirkt interessanterweise alles nur noch wie ein Kartenhaus, das zusammenbricht.

00:05:56: Das muss nicht bei jedem so sein aber es ist bei vielen so.

00:06:01: Das passiert beispielsweise durch einen Verkauf oder auch eine Restrukturierung oder beispielsweise auch durch eine Kündigung und dann fehlt plötzlich nicht nur der bisher volle Kalender dieses permanente und so wichtige busy sein.

00:06:20: Und ja, bei manchen geht es ganz besonders eben auch darum, denn schließlich war man bisher jemand, schließlich weil man jemand der wichtig ist.

00:06:33: Wenn all das wegfällt von heute auf morgen dann fehlt plötzlich etwas Elementares nämlich der innere Kompass, der bis zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich von der Rolle, von den Erwartungen der anderen aber auch der eigenen Erwartung an diese Rolle und damit aufgebauten Identität gebildet wurde.

00:07:04: Und für viele ist es so dass sie diesen Zustand dann als Lehre beschreiben.

00:07:13: Nicht überraschend, viele versuchen dann genau diese Lehre möglichst schnell mit irgendetwas zu füllen.

00:07:20: Die Liste hierzu ist lang.

00:07:22: wie man diese fülle kann also auf keinen Fall Lehre zulassen?

00:07:26: am besten direkt in die nächste Rolle Führungsrolle Geschäftsführer-Roll das nächste Projekt.

00:07:33: All das ist absolut verständlich und gleichzeitig jedoch problematisch weil nämlich genau diese Leere ja eine Funktion hat.

00:07:44: Sie konfrontiert sie mit einer Frage, die er bisher im vollen Alltag keinen Platz hatte.

00:07:50: Nämlich wer sind sie?

00:07:53: Wenn niemand etwas von ihnen will!

00:07:56: Ich weiß das ist keine angenehme Frage aber sie ist entscheidend und wenn sie bisher nicht gestellt wurde muss ich sich stellen.

00:08:08: Denn wenn Identität über Jahre an eine Rolle gebunden war, dann entsteht beim Wegfall von eben dieser Rolle nicht nur Unsicherheit und auch Irritation.

00:08:23: Sondern es entsteht ein... wie kann ich das nennen?

00:08:29: Es entsteht einen Bruch im eigenen Selbstbild Und das ist kein persönliches Versagen.

00:08:39: Es ist die logische Folge von etwas, was man selbst zugelassen hat.

00:08:44: Nämlich die Folge einer Überidentifikation, die ich bei ganz vielen Führungskraften sehe beziehungsweise auf ihren beruflichen Wegen in ihrem Karrieren sehe und die in vielen Karriere auch fast schon systemisch angelegt ist.

00:09:06: In meiner Arbeit Mit Executive sehe ich in solchen Umbruchphasen vor allem drei wichtige Ebenen, die wir uns genauer anschauen müssen.

00:09:17: Die erste Ebene ist die Ebene des Verstehens das heißt es geht hier darum zu verstehen und zu begreifen was ist das denn für eine Lehre?

00:09:29: Warum fühlt sich das so schlecht an, so irritierend?

00:09:33: Was ist das bloß?

00:09:35: Und meistens kommt dir dann auch noch so ein Satz wie, es kann doch nicht sein dass mir so etwas passiert.

00:09:41: Doch!

00:09:43: Natürlich kann es das sein und es ist auch kein Wunder.

00:09:46: Es ist nicht überraschend.

00:09:47: Das ist wichtig zu erkennen, dass es nicht an mangelnder Kompetenz liegt sondern an einer fehlenden inneren Trennung zwischen Person und Rolle, zwischen Person-und Funktion.

00:10:04: Dabei belasse ich es jetzt an dieser Stelle.

00:10:07: Die zweite wichtige Ebene ist die des Transfers aus der bisherigen Rolle, was sich allerdings an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte und die dritte Ebene isst die der Neuausrichtung denn das ist natürlich etwas was es auch braucht aber dabei geht es im ersten Schritt nicht darum was ist denn der nächste Titel?

00:10:30: Und welche Branche oder welche Aufgaben?

00:10:34: Nein, was kommt erst später?

00:10:37: Zuerst gibt es einige andere Fragen zu klären und wir müssen erstmal ein solides Fundament schaffen damit es hier nicht weitere Probleme gibt.

00:10:46: Zuerste ist die wichtige Frage wie will ich die nächste Rolle leben?

00:10:50: denn genau das ist der entscheidende Punkt.

00:10:54: wenn ihre Identität davon abhängig ist dass sie eine bestimmte eine bestimmte Führungsrolle ausfüllen, dann wird nämlich jede weitere Rollenveränderung zu einer Existenzbedrohung.

00:11:13: Das Wichtige ist die eigene Identität davon unabhängiger zu machen und erst dadurch gewinnt man eine wirkliche Souveränität.

00:11:23: Und dem hängt natürlich auch mit einer gewissen inneren Gelassenheit zusammen!

00:11:28: Dann kann damit auch eine Führungssrolle wesentlich wirksamer ausgefüllt werden.

00:11:40: Das ist dann nicht wie ein Kartenhaus aufgebaut und das ist aus meiner Erfahrung das wirklich interessante und wichtige daran, nicht abhängig von der Rolle zu sein sondern innerlich unabhängig.

00:11:52: Viele Executives haben Angst davor sich selbst ohne ihre Führungsrolle zu begegnen.

00:11:59: aber genau da liegt das eigentliche Potenzial nämlich das Potenzial sowohl für die eigene persönliche Entwicklung, für eine höchstmögliche innere Freiheit und Gelassenheit und für eine wirkliche Souveränität.

00:12:19: Und genau dort allerdings beginnt unsere eigentliche Arbeit!

00:12:24: Wenn Sie dafür bereit sind dann sprechen sie mich gerne an.

Über diesen Podcast

Sie sind NEU in der Führungsrolle und wollen sicherstellen, dass Sie die ersten Monate im Führungsdschungel smart und souverän meistern?

Dazu gibt Ihnen dieser Podcast eine Menge Tipps, Insights, Fallbeispiele und einiges mehr.
Und falls Sie sich eine professionelle Begleitung an Ihrer Seite wünschen, können Sie direkt ein Strategiegespräch anfragen.

von und mit Christiane Barho

Abonnieren

Follow us